Bis Sommer kein regulärer Schul- und Kitabetrieb – 10 Tipps, die Eltern helfen, diese herausfordernde Zeit zu bewältigen

von | 5. Mai 2020

Auch wenn die Schulen teilweise wieder geöffnet haben, sind wir noch weit entfernt von einem normalen Alltagsleben. Viele Eltern sind durch Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung, teilweise auf engstem Raum, extrem gefordert! Dazu kommen finanzielle Sorgen, fehlenden Sozialkontakte und die Unsicherheit, wie es weitergeht. Das führt dazu, dass die Nerven oft blank liegen.

Um durch diese Zeit weiterhin einigermaßen gut durchzukommen, gibt es Strategien, die den Familienalltag sehr erleichtern können! Einige davon kennnt ihr vielleicht schon und habt sie schon ausprobiert, andere noch nicht. Es tut auf jeden Fall gut, immer mal wieder innezuhalten und zu schauen, was den herausfordernden Familienalltag unterstützen kann.

1. Tages- und Wochenplan

Ein gemeinsam erstellter Tages- und Wochenplan hilft allen Familienmitgliedern, den Tag zu strukurieren. Das gibt Halt und Orientierung. Als ich nach über 20 Jahren Fest- anstellung anfing, mich selbständig zu machen, war es eine meiner ersten Aufgaben, mich selber zu strukturieren. Das war am Anfang gar nicht so einfach, doch ich habe schnell gemerkt, dass eine Struktur mit gut tut und mich viel zufriedener macht.

Sehr übersichtlich ist es, wenn ihr den Plan aufschreibt und für alle gut sichtbar aufhängt. Es kann alles draufstehen: Frühstück, Arbeits- und Lernzeit, Mittagspause, gemeinsames Spielen, …
Seid nicht frustriert, wenn die Tage nicht so ablaufen, wie ihr sie geplant habt. An einigen Tagen wird es klappen, am nächsten Tag sitzten die Kids um 10:30 Uhr im Schlafanzug vor dem Fernseher, weil ihr einen wichtigen Videocall habt. Aber das macht nichts. Sprecht mit den Kindern darüber, warum es nicht geklappt hat und was ihr am nächsten Tag vielleicht anders machen wollt. Dann lernen sie, wie man mit Situationen umgeht, die anders laufen, als geplant.

2. Bewegung

Eingeplante Bewegungszeiten sind unabdingbar, wenn möglich im Freien! Kinder brauchen Bewegung, sonst sind sie unausgelastet und unzufrieden und fangen an, zu nörgeln und zu streiten. Wenn ihr keinen Garten habt oder die Kinder nicht draußen spielen wollen, macht jeden Tag einen Spaziergang oder eine Radtour, auch wenn ihr keine Zeit oder Lust dazu habt. Das draußen Sein und die Bewegung entspannt die Kinder und die Eltern!

3. Rückzugsmöglichkeiten

Plant für euch Rückzugsmöglichkeiten ein, die in der „Quarantänefamilie“ leider schnell zu kurz kommen. Falls ihr keinen Platz habt, schließt euch für ein paar Minuten im Bad ein und holt ein paar mal tief Luft. Diese Rückzugszeiten helfen uns, wieder zu uns zu kommen, auszuatmen, unsere Gefühle zu spüren und Abstand zu bekommen.

Auch die Kinder sollten einen Rückzugsort bekommen. Wenn nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer hat, kann man einen Sessel oder eine gemütliche Ecke als Rückzugsort festlegen, in der man nicht gestört werden darf.

4. Familienrunde

Setzt euch einmal in der Woche gemütlich zusammen, z.B. am Sonntagabend, und sprecht darüber, wie es euch miteinander geht. Das fühlt sich erst mal komisch an und die Kinder werden bei den ersten Malen wahrscheinlich nichts sagen. Doch wenn ihr als

Eltern den Anfang macht und offen und ehrlich darüber sprecht, wie es euch geht, könnt ihr sicher sein, dass sich die Kinder bald auch mit einbringen werden.
Es entspannt das Familienleben und jeden einzelnen sehr, wenn alle sagen können, wie es ihnen geht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass schon das ehrliche Sprechen darüber, wie es mir geht, große Erleichterung bringt, auch wenn sich an der momentanen Situation nichts ändern lässt.

5. Aufgaben verteilen

Überlegt mit den Kindern zusammen, welche Aufgaben anliegen und wer was übernimmt. Wenn etwas nicht klappt, könnt ihr das in der Familienrunde besprechen. Wichtig ist es dabei, dass ihr den Kindern keine Vorwürfe macht, sondern neugierig seid, warum z.B. das Blumengießen nicht geklappt hat. Fragt eure Kinder, was sie brauchen, damit es das nächste Mal klappt.

6. Schulaufgaben

Überfordert euch und eure Kinder nicht mit den Schulaufgaben. Ihr seid in der Regel keine Lehrer*innen und müsst keinen Unterricht zu Hause abhalten! Eure Aufgabe ist es, die Kinder zu begleiten.
Eine Mutter hat mir vor Kurzem erzählt, dass ihre Tochter sich weigert, die Mathe- Arbeitsblätter zu machen. Dann stellte sich heraus, dass die Tochter eine Rechenschwäche hat und von den vielen Aufgaben auf den Arbeitsblättern überfordert und frustriert war.

Wenn euer Kind keine Lust zum Lernen hat, überlegt zusammen, woran es liegt. Braucht es eine Pause? Sind die Aufgaben zu schwierig oder zu leicht? Ist es vielleicht traurig oder frustriert, weil es seine Freunde nicht sehen kann?
Und vergesst nicht, dass momentan nicht nur von den Erwachsenen, sondern auch von den Kindern unglaublich viel abverlangt wird und sie gleichzeitig dadurch auch sehr viel lernen. Das hat zwar nichts mit dem Schulstoff zu tun, aber es bereitet sie auf das Leben in einer sich massiv verändernden Welt vor.

7. Medienkonsum

Es ist absolut in Ordnung, wenn der Medienkonsum eurer Kinder im Moment höher ist als sonst. Es geht jetzt darum, das Leben irgendwie so zu organisiseren, dass es für alle erträglich ist. Und wenn die Jugendlichen mehr Medienzeit verbringen als sonst oder das Homeoffice nur dann funktioniert, wenn die Kinder währendessen einen Film anschauen, dann ist das so. Macht euch deswegen kein schlechtes Gewissen!

8. Gemeinsam Spiele spielen

Schöne gemeinsame Erlebnisse stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie. Eine Möglichkeit, die im Moment machbar ist, ist das gemeinsame Spielen. Nehmt euch regelmäßig Zeit dafür, selbst wenn ihr sonst nicht spielt. Nach zwei bis drei mal werdet ihr entdecken, dass man beim Spielen Corona komplett vergessen kann! ?

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